Agrarstruktur

  • Die Gesamtheit der Bedingungen, unter denen landwirtschaftliche Produkte erzeugt und vermarktet werden.
    Die Gesamtheit der Bedingungen, unter denen landwirtschaftliche Produkte erzeugt und vermarktet werden.

    Dazu gehören u.a.
    • die Betriebsgröße,
    • Besitz-, Einkommens- und Marktstruktur ebenso wie
    • Bodennutzung und
    • Viehhaltung.
    Die Agrarstruktur ist in ständigem Wandel und in den verschiedenen Bundes- wie EU-Ländern höchst unterschiedlich. Nach dem Zweiten Weltkrieg war in Westdeutschland der bäuerliche Familienbetrieb das politisch gewollte Leitbild. In Ostdeutschland (damals Sowjetische Besatzungszone) wurden 1945 in einer Bodenreform alle Großbetriebe auf kleine Bauern aufgeteilt bzw. zu Staatsbetrieben. In der DDR mussten sich die Bauern wenige Jahre später in landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) zusammenschließen, später getrennt nach den Betriebszweigen der Pflanzen- und der Tierproduktion. Nach der Wende wurde diese Trennung von tierischer und pflanzlicher Produktion größtenteils wieder aufgehoben. Neue Eigentumsstrukturen entwickelten sich.

    Heute unterscheidet sich die Agrarstruktur zwischen West-, Ost-, Nord- und Süddeutschland.

    In Ostdeutschland wirtschaften neben Einzelunternehmen Personengesellschaften (Zusammenschluss von mehreren Personen), eingetragene Genossenschaften und Kapitalgesellschaften (zum Teil von "Investoren" getragen) in meist sehr großen Betrieben. Betriebe in Ostdeutschland haben eine durchschnittliche Größe von mehr als 200 ha, in Westdeutschland dagegen nur von wemiger als 50 ha.

    In Westdeutschland herrscht der Familienbetrieb vor. Die Höfe im Norden sind wegen des Erbrechts (Anerbenrecht =Vererbung des gesamten Betriebes an eine Person) im Durchschnitt größer als in Süddeutschland, wo Realteilung, d.h. die Aufteilung des Hofes an alle Kinder, zu kleineren Betrieben geführt hat.

    In Deutschland nimmt die Zahl der Höfe unter 100 ab, mit mehr als 100 ha dagegen zu (Wachstumsschwelle).

    Betriebe mit intensiven Sonderkulturen, wie z.B. Gemüse- oder Weinbau, benötigen meist geringere Flächen. Neben der Fläche spielt die Zahl der Tiere bei Viehhaltung eine wichtige Rolle.

    201 mal gelesen