Roggen

  • Getreideart aus der Familie der Süßgräser
    Anbau:

    Roggen kann als Sommer- und Winterform angebaut werden, wobei Sommerroggen eine untergeordnete Rolle spielt. Die Ansprüche des Roggens sind sehr gering. Er wächst auch auf sandigen, trockenen und nährstoffarmen Böden. Mit wenig Wärme kommt der Roggen gut zurecht und ist bis –25 °C winterfest. Die Aussaat erfolgt im frühen Herbst. Die Pflanze bestockt vor dem Winter und bildet bis zur Winterruhe 2-3 Blätter aus. Im Frühjahr entwickelt sich die Pflanze schnell und kann früh geerntet werden. Daher ist Roggen in Gebieten mit trockenen Sommern sehr leistungsfähig..Anbautechnisch bereitet der Roggen wenige Probleme. Neben seinen geringen Umweltansprüchen zeichnet er sich durch seine Unempfindlichkeit gegen Pilzkrankheiten und tierische Schädlinge aus. Somit ist der Aufwand an Pflanzenschutzmitteln ebenso wie der an Dünger gering. Weiterhin unterdrückt Roggen Beikräuter und -gräser besser als andere Getreidearten. Auf demselben Standort kann Roggen 10-15 Jahre ohne Unterbrechung angebaut werden. Er wird im August mit dem Mähdrescher geerntet. Roggen kann vom Mutterkornpilz befallen werden, der durch die Ausbildung brauner Fruchtkörper (Sklerotien) an der Ähre sichtbar wird. Vor allem im Mittelalter, aber auch noch im 19. Jahrhundert traten infolge von Verunreinigungen des Mehls mit Mutterkorn schwere Vergiftungskrankheiten auf. Trotz seiner Robustheit steht Roggen in der weltweiten Bedeutung der Getreidearten an letzter Stelle. In Europa liegen die Anbauschwerpunkte in den nordischen Ländern, in Polen und den Nachfolgestaaten der UdSSR. In Deutschland findet die Produktion hauptsächlich in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt statt. In günstigeren Lagen wird er von Weizen oder Gerste verdrängt.

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