Sikkation

  • Sikkation (übersetzt: Austrocknung) bezeichnet einen Vorgang in der Landwirtschaft, bei dem Kulturpflanzenbestände mit Sikkanten zum Zwecke der Abreifebeschleunigung abgetötet werden.
    Sikkation (übersetzt: Austrocknung) bezeichnet einen Vorgang in der Landwirtschaft, bei dem Kulturpflanzenbestände mit Sikkanten zum Zwecke der Abreifebeschleunigung
    abgetötet werden. Ein willkommener Nebeneffekt ist die gleichzeitige Abtötung von Unkräutern, deren noch grünen Pflanzenteile andernfalls mitdem Getreide abgeerntet und den Feuchtigkeitsgehalt des Ernteguts
    erhöhen würden. Dieser Vorgang wird aus betriebswirtschaftlichen Gründen im konventionellen Anbau als erforderlich erachtet, etwa um bei Winterraps bei nassen Erntebedingungen, erhöhter Verunkrautung und Zwiewuchs einen Gewinn bei der Ernte zu erwirtschaften.

    Anwendung

    Zum Einsatz kommen vor allem Glyphosat-, Glufosinat- und Diquat-haltige Produkte, daneben auch Carfentrazon-ethyl und Pyraflufen-ethyl. Die Wasseraufwandmenge muss in Raps mindestens 400 Liter je Hektar betragen, um eine sichere Benetzung aller grünen Pflanzenteile sicherzustellen.

    Durch die Sikkation von Kartoffeln wird die Abreife gefördert und damit ein früherer Erntetermin möglich. Mit zunehmender Reife verbessert sich die Schalenfestigkeit, was unbeschädigte, besser lagerfähige Ernten begünstigt.
    Zudem wird bei schalenfesten Kartoffeln das Risiko einer Braunfäuleinfektion gemindert. Wird die Sikkation zu früh durchgeführt, kann dies zu Ertragseinbußen führen. Um den Stärkegehalt zu überwachen, wird vor der Maßnahme regelmäßig das Unterwassergewicht kontrolliert. Die Sikkation bei Kartoffeln dient auch der Verhinderung einer Virusabwanderung aus dem Kraut in die Pflanzkartoffeln.




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